Die Kostenkalkulation des Systems berücksichtigt nur die Kosten, die durch dessen Kostenklassen repräsentiert sind. Über die Aktivitäten oder Kostenelemente in den Kostenklassen sucht der Kostenkalkulationsalgorithmus die Kostendaten heraus, die bei der Berechnung der Kosten für einen Artikel verwendet werden müssen.
Folgende Aspekte eines Artikels und seiner Struktur werden berücksichtigt:
Die Standardlosgröße wird im Bestandsartikelregister definiert und für das Splitting der Loskosten aus der Kostenkalkulation verwendet. Die von der Standardlosgröße abhängigen Loskosten umfassen die Rüstzeit für Personal und Maschinen, Fremdleistungskosten, Fixkosten, benutzerdefinierte Kosten für Maschinen, Personal und Fremdleistungen sowie einen Zusatzkostenbetrag (Einkaufskalkulation). Wenn die Berechnungseinheit einer Stunde entspricht, sind Lohn- und Maschinenfaktor in den Loskosten ebenfalls betroffen. Die Standardlosgröße wird als Loskosten/Standardlosgröße berechnet. Die Standardlosgröße wirkt sich zudem auch auf den Komponentenausschuss aus.
Der Ausschussfaktor (%) ist im Bestandsartikelverzeichnis definiert und wird bei der Berechnung des Kostenanteils einer Komponente an einer Baugruppe verwendet. Die Kosten eines Artikels mit einem definierten Ausschussfaktor (%) betragen K x M x (1/(1 - Ausschussfaktor(%))); dabei ist K = Kosten pro Einheit und M = Menge pro Baugruppe.
Der Ausschussfaktor funktioniert genauso wie der Bestands-Ausschussfaktor. Der Ausschussfaktor wird für eine Produktstruktur definiert. Mathematisch wird der Ausschussfaktor mit der Formel K x M x (1/1 - Ausschussfaktor(Struktur)) ausgedrückt; dabei ist K = Kosten pro Einheit und M = Menge pro Baugruppe. Wenn der Ausschussfaktor (Struktur) und der Ausschussfaktor (%) angewendet werden, lautet die Formel K x M x (1/(1 - Ausschussfaktor(Struktur))) x (1/(1 - Ausschussfaktor(%))); dabei ist K = Kosten pro Einheit und M = Menge pro Baugruppe.
Der Komponentenausschuss ist eine feste Menge an Artikeln, die als Ausschuss betrachtet werden, und daher bei der Berechnung des Kostenanteils an den Baugruppenkosten zu der Kostenkalkulation hinzuaddiert werden. Dies beinhaltet den gleichen Satz von Regeln wie beim Bestandsartikel-Ausschussfaktor (%) und Struktur-Ausschussfaktor. Der Komponentenausschuss ist für eine Produkt-Stückliste definiert und hängt immer von der Standardlosgröße ab. Der Anteil des Komponentenausschusses an den Baugruppenkosten ergibt sich aus der Formel K x (M + (Komponentenausschuss/Standardlosgröße)); dabei ist K = Kosten pro Einheit und M = Menge pro Baugruppe.
Wenn der Bestandsartikel-Ausschussfaktor (%) und der Struktur-Ausschussfaktor zusammen mit dem Komponentenausschuss angewendet werden, ergibt sich die Formel K x (M x (1/(1 - Ausschussfaktor(Struktur))) x (1/(1 - Ausschussfaktor(%))) + (Komponentenausschuss/Standardlosgröße)); dabei ist K = Kosten pro Einheit und M = Menge pro Baugruppe.
Die Berechnungsangabe wird im Rahmen der Produktstruktur definiert und betrifft lediglich Bestellartikel. Eine Komponente kann entweder berechnet oder nicht berechnet sein. Wenn eine Komponente für einen Einkaufsartikel berechnet wird, werden die Kosten dieser Komponente in der Kostenkalkulation nicht beachtet.
Wenn die Arbeitsplatzkosten berechnet werden, berücksichtigen die Kosten immer den Ressourcenanteil. Wenn für den Arbeitsplan ein Ressourcenanteil pro Einheit definiert ist, wird dieser Wert mit der Standardlosgröße multipliziert, um den in der Kostenberechnung verwendeten Ressourcenanteil zu berechnen.
Wenn Lohngruppenkosten berechnet werden, wird in den Kosten immer die Gruppengröße berücksichtigt. Die Gruppengröße wird bei der Erfassung von Arbeitsplänen definiert. Die Gruppengröße berücksichtigt sowohl die Rüstzeit als auch die Arbeitszeit.
Folgende Planungsmethoden werden in der Kostenkalkulation speziell verwaltet:
| Planungsmethode | Kostenberechnungsaspekte |
| O – Artikel/Primärplanstufe 0 | Wird in der Kostenberechnung nicht berücksichtigt. |
| T – Scheinbaugruppe/Primärplan Stufe 0 | Wird in der Kostenberechnung nicht berücksichtigt. |
| K – Blow Through Planning, verfügbare Bestandsmenge ist nicht zulässig. | Stufenkosten werden nicht berechnet, aber der K-Artikel beinhaltet kumulierte Kosten aus unteren Stufen und überträgt sie an die übergeordnete Stufe. |
| P – Scheinbaugruppenplanung, verfügbare Bestandsmenge ist zulässig. | Stufenkosten werden berechnet, aber die Stufenkosten werden nicht an die übergeordnete Stufe weitergegeben. Der P-Artikel beinhaltet kumulierte Kosten aus unteren Stufen und überträgt sie an die übergeordnete Stufe. |
Während der Kostenkalkulation versucht das System, Maschinen- und Lohnkosten für gefertigte und Einkaufsartikel zu berechnen, berücksichtigt jedoch nur den Arbeitsplantyp Fertigung und Nachfertigung. Welcher verwendet wird, wird durch den Bestandsartikeltyp gesteuert. Die Berechnung von nachkalkulierten Arbeitsplänen ist nicht von den Einstellungen des Kostenschemas abhängig. Die arbeitsplanbezogenen Kosten in nachkalkulierten Arbeitsplänen werden beim Berechnen der Klassenstufenkosten der Fertigung verwendet.
Wenn der Artikel mit einem Kostenschema verknüpft ist, das mit der Kostenelement-ID 510, Inter-Site-Materialkosten verknüpft ist, und der Artikel in Lieferant für Einkaufsartikel/Allgemein als standortübergreifend geplanter Artikel definiert ist, berechnet das System Materialkosten zwischen verschiedenen Standorten mithilfe des Lieferantenstandorts und der Systemeinrichtung von der Registerkarte Basisdaten für Kalkulation/Standortübergreifende Kostenregel . Das Ergebnis wird auf der Seite Geplante Einkaufskosten protokolliert. Kosten werden in den Währungscode des Bedarfsstandorts umgerechnet. Bei Verwendung der Lieferantenaufteilung wird ein gewichteter Durchschnitt berechnet.
Wenn der Artikel mit einem Kostenschema verknüpft ist, das mit der Kostenelement-ID 140, 160 oder 170 verknüpft ist, berechnet das System Stückkosten, Zusatzkosten und Geplante Zusatzkosten und protokolliert das Ergebnis auf der Seite Geplante Einkaufskosten . Kosten werden in den Währungscode des Bedarfsstandorts umgerechnet. Die Lieferantenaufteilung wird berücksichtigt. Bei Verwendung der Lieferantenaufteilung wird ein gewichteter Durchschnitt berechnet.
Wenn Aufteilung Fertigung/Einkauf aktiviert und auf der Registerkarte Bestandsartikel/Planungsdaten definiert ist, berücksichtigt die Kostenkalkulation den prozentualen Split der Fertigungs-/Einkaufsartikel. Das folgende Beispiel erläutert dieses Konzept. Wenn ein Fertigungsartikel an demselben Standort hergestellt und gekauft wird und prozentuale Splits der Fertigungs-/Einkaufsartikel eingegeben wurden, multipliziert die Kostenkalkulation Kosten wie folgt:
- Kosten auf Fertigungsebene x Prozentsatzfaktor für Fertigungsartikel.
- Kosten auf Einkaufsebene x Prozentsatzfaktor für Einkaufsartikel.
- Kumulierte Kosten von Komponenten x Prozentsatzfaktor für Fertigungsartikel.
Das verknüpfte Kostenschema besteht nur aus Fertigungskostenklassen.
- Kosten auf Fertigungsebene x 1.
- Kumulierte Kosten von Komponenten x Prozentsatzfaktor für Fertigungsartikel.
Das System unterstützt zwei Arten von Gemeinkosten: systemdefinierte und anwenderdefinierte Gemeinkosten. Die Basiskosten für systemdefinierte Gemeinkosten werden immer in deren Systemursprung festgelegt. Anwenderdefinierte Gemeinkosten können entweder als Kostenprozentsatz eines gegebenen Quellenelements oder als Fixkosten definiert werden.
Es gibt zwei vom System definierte Maschinengemeinkosten: Maschinengemeinkosten 1 und Maschinengemeinkosten 2. Es ist wichtig, zwischen den vom System definierten Maschinengemeinkosten und den anwenderdefinierten Maschinengemeinkosten zu unterscheiden. Die systemgenerierten Maschinengemeinkosten werden für den Arbeitsplatz definiert, während die anwenderdefinierten Maschinengemeinkosten einen Gemeinkostentyp erhalten, der angibt, ob sie als Maschinengemeinkosten 1 oder 2 zu betrachten sind Die anwenderdefinierten Maschinengemeinkosten können Fixkosten sein.
Die Definitionen beider Maschinengemeinkosten können entweder an die Maschinenstunden oder an die verarbeitete Menge gekoppelt werden. Wenn das System Maschinenstunden als Kostentreiber verwendet, werden die Kosten folgendermaßen berechnet: Maschinengemeinkostenkosten = K x ((MSh/Standardlosgröße) + MRh), wobei K = Gemeinkosten 1 oder 2 definierte Kosten, MSh = Maschinenrüstzeit in Stunden und MRh = Maschinenlaufzeit in Stunden. Wird als Kostentreiber die Menge verwendet, errechnen sich die Kosten durch Multiplikation der am Arbeitsplatz als Maschinengemeinkosten 1 oder 2 definierten Kosten mit der Menge.
Die anwenderdefinierten Maschinengemeinkosten werden als Fixkosten pro Arbeitsgang oder als Prozentsatz einer Quelle definiert. Wenn die Gemeinkosten als Fixkosten definiert sind, gelten sie für den Arbeitsgang als fix. Unabhängig von der Zahl der Einheiten oder Rückmeldungen zu den Arbeitsgängen werden die Kosten nur einmal zugewiesen. Die anwenderdefinierten Maschinengemeinkosten können als Faktor eines anderen Kostenelements festgelegt werden. Wenn Kosten für das zugrundeliegende Quellenelement ausgelöst werden, werden auch Kosten für das Gemeinkostenelement ausgelöst. Für Maschinengemeinkosten sind die Quellenelemente 310, 320, 321 und 322 gültig.
Hinweis: Die benutzerdefinierten Maschinengemeinkosten verwenden keine Gemeinkostendefinitionen vom Arbeitsplatz, sondern entweder Fixkosten oder einen Prozentsatz eines gegebenen Quellenelements.
Lohngemeinkosten können vom System definiert werden. Der Kostentreiber einer systemgenerierten Lohngruppe kann Stunde oder Prozentsatz sein. Die Stundendefinition entspricht jener der Maschinengemeinkosten 1 und 2. Die Lohngemeinkosten werden als Prozentsatz der Lohnklassenkosten pro Stunde definiert.
Die Prinzipien der anwenderdefinierten Lohngemeinkosten entsprechen denen der Maschinengemeinkosten 1 und 2. Hierbei handelt es sich um Fixkosten pro Arbeitsgang oder um einen Prozentsatz eines lohnbezogenen Quellenelements. Für Lohngemeinkosten sind die Quellenelemente 210, 220 und 221 gültig.
Fremdleistungsgemeinkosten können vom System definiert werden. Wenn Fremdleistungskosten definiert werden, können Sie entweder die Gemeinkosten pro Einheit oder die Losgemeinkosten festlegen. Anschließend kann ein Prozentsatz der Stück- bzw. Loskosten definiert werden. Diese Kosten werden in der Kostenkalkulation verrechnet. Wenn für Gemeinkosten pro Einheit und Losgemeinkosten ein Prozentsatz festgelegt ist, werden beide Gemeinkosten in der Kostenkalkulation verwendet.
Allgemeine Gemeinkosten können nur als Fixkosten definiert werden, die von der Standardlosgröße abhängen. Allgemeine Gemeinkosten haben einen eigenen Buchungstyp in der Buchhaltung und werden einmal pro Fertigungsauftrag ausgelöst, wenn sich der Status des Fertigungsauftrags in Gestartet ändert. Das Prinzip der allgemeinen Gemeinkosten ist, die Darstellung allgemeiner Kosten für einen Artikel (z. B. administrative Auftragsbearbeitungskosten) zu ermöglichen. Die Kostenkalkulation für allgemeine Gemeinkosten lautet: Allgemeine Gemeinkosten = Allgemeine Fixkosten/Standardlosgröße.
Die Liefergemeinkosten sind Gemeinkosten, die die Kosten für den Umschlag der eingegangenen Waren darstellen sollen. Hierzu zählen keine Frachtkosten u.ä. Die Liefergemeinkosten können entweder als Fixkosten definiert werden, sodass sie von der Standardlosgröße abhängig sind, oder sie können als Prozentsatz der Materialkosten definiert werden. Für Liefergemeinkosten sind die Quellenelemente 110, 120 und 130 gültig.
Bei Konsignationsartikeln werden die Liefergemeinkosten bei jedem Verbrauch der Waren gebucht. Doch fixe Liefergemeinkosten sollten nur einmal beim Eingang der Waren verbucht werden. Um Fehler zu vermeiden, erlaubt das System keine Verwendung von fixen Liefergemeinkosten für Konsignationsartikel.
Wenn die Liefergemeinkosten anhand von Chargen kalkuliert werden, wird zur Berechnung der Stückkosten immer die Standardlosgröße verwendet. Die Standardlosgröße wird auf der Registerkarte Bestandsartikel/Planungsdaten eingegeben. Bei Einkauf eines Volumens (Kosten/Einheit), das von dem abweicht, das anhand der Standardlosgröße berechnet wurde, kommt es zu Abweichungen.
Die Materialgemeinkosten können entweder als Fixkosten oder als Prozentsatz definiert werden. Die für einen Artikel definierten Materialgemeinkosten haben keine Auswirkung auf diesen Artikel, jedoch auf den Artikel der nächsthöheren Ebene. Das bedeutet, dass die Materialgemeinkosten nur dann in der Kostenkalkulation verwendet werden, wenn es sich bei dem Artikel, für den sie definiert wurden, um eine Komponente für eine Baugruppe handelt. Materialgemeinkosten fallen an, wenn das Material für einen Fertigungsauftrag entnommen wird. Bei den Materialgemeinkosten handelt es sich um Kosten, die mit der Lieferung des Materials aus dem Bestand in den Fertigungsbereich zusammenhängen. Wenn die Materialgemeinkosten als Fixkosten definiert sind, bleibt die Menge pro Baugruppe unberücksichtigt. Sie gilt für die Gesamtheit der zu entnehmenden Artikel als fix.
Die Materialgemeinkosten können auch als Prozentsatz der Materialkosten oder der Gesamtkosten für den zugrundeliegenden Artikel definiert werden. Dies ist nur für die Materialkosten möglich, und da die Kosten nicht dem Artikel zugeordnet werden, für den sie definiert sind, ist die Verwendung der Gesamtkosten als zugrunde liegendes Quellenelement unproblematisch.
Wenn Materialgemeinkosten in Artikelgemeinkosten definiert sind, werden die Materialgemeinkosten der übergeordneten Stufe in der Kostenstruktur hinzugefügt. Wenn Material- und allgemeine Gemeinkosten mit einem Artikel verknüpft sind und der Artikelkostendatensatz für die Kostentabelle ein Kostenschema hat, das aus Kostenklassen besteht, die mit einem Kostenelement verknüpft sind, welches die Quelle/Kostenelement 501 oder 502 verwendet, ruft das System bei Kostenberechnungen für einen Standort oder Artikel oder eine Kostentabelle Kosten mithilfe verschiedener Gemeinkosteneinheiten folgendermaßen ab:
Wenn Vertriebsgemeinkosten mit einem Artikel verknüpft sind und der Artikelkostendatensatz für die Kostentabelle ein Kostenschema hat, das aus Kostenklassen besteht, die mit Kostenelementen verknüpft sind, welche die Quelle/Kostenelement 601verwenden, ruft das System bei Kostenberechnungen für einen Standort oder Artikel oder eine Kostentabelle Kosten mithilfe verschiedener Gemeinkosteneinheiten ab. Dies ähnelt dem Abruf von Kosten für Materialgemeinkosten, die mit einem Artikel verknüpft sind. Mit Komponenten verknüpfte Vertriebsgemeinkosten werden jedoch nicht von übergeordneten Artikeln geerbt, und nur jene, die mit übergeordneten Artikeln verknüpft sind, werden in der Artikelkostenstruktur für den übergeordneten Artikel aufgeführt. Zum Anzeigen der Vertriebsgemeinkosten in der Artikelkostenstruktur muss Einschl. Vertriebs-GK unter Kostenaufbaustufe auf der Seite Artikel ausgewählt werden.
Wenn Liefergemeinkosten mit einem Artikel verknüpft sind und der Artikelkostendatensatz für die Kostentabelle ein Kostenschema hat, das aus Kostenklassen besteht, die mit Kostenelementen verknüpft sind, welche die Quelle/Kostenelement 141 verwenden, ruft das System bei Kostenkalkulationen für einen Standort oder Artikel oder eine Kostentabelle Kosten mithilfe verschiedener Gemeinkosteneinheiten folgendermaßen ab:
Die Wiederbeschaffungskosten errechnen sich anhand der stufenbezogenen Wiederbeschaffungszeit eines gegebenen Fertigungsartikels sowie der Kosten und der Menge pro Baugruppe. Unabhängig davon, ob es sich um einen Fertigungs- oder einen Bestellartikel handelt, ist letztere Berechnung für jeden Artikel der Struktur erforderlich. Die stufenbezogene Wiederbeschaffungszeit ist nur für Fertigungsartikel relevant. Der Bestellartikel gilt als Kostenaufwand zusammen mit dem Herstellerartikel in der nächsten Strukturebene. Der Artikel mit der längsten Wiederbeschaffungszeit bestimmt auch für die anderen Artikel auf der entsprechenden Stufe die Geschwindigkeit.
Das folgende Beispiel erläutert die Berechnung der Wiederbeschaffungszeit für den Fertigungsartikel A mit folgenden Strukturen und Kosten:

Abbildung 1: Fertigungsstruktur von Artikel A.
Im Folgenden die Darstellung des Berechnungsergebnisses:

Abbildung 2: Das Ergebnis einer Vorlaufzeit-Kostenkalkulation von Artikel A.
Neben- und Co-Produkte werden als zusätzlicher Output bei der Fertigung eines Hauptprodukts erzeugt. Daher sollten ihre Kosten als Anteil an den Gesamtkosten für die Fertigung des Hauptprodukts berechnet werden. Dies wird durch die Verwendung von Verteilungsfaktoren erreicht, die festlegen, wie viel von jeder Kostenart (Material, Arbeitsgang und GK) auf jeden gefertigten Artikel verteilt werden soll.
Komponenten, die aus dem Fertigungsprozess hervorgehen, werden auf der Registerkarte Gefertigte
Artikel auf der Seite Produktstückliste registriert.
Damit die Kostenverteilung aktiviert werden kann, muss das Kästchen Kostenverteilung
verwenden aktiviert sein
Für jeden gefertigten Artikel können die folgenden Parameter registriert werden, um die Kostenkalkulation zu steuern.
Dieser Faktor steuert, wie viel von den gesamten Arbeitsgangkosten auf einen bestimmten gefertigten Artikel verteilt werden soll.
Wenn allgemeine Gemeinkosten verwendet werden, steuert dieser Faktor, wie viel von den allgemeinen Gemeinkosten insgesamt auf einen gefertigten Artikel verteilt wird.
Der Ausschussfaktor legt für jeden gefertigten Artikel fest, in welchem Umfang er voraussichtlich verschrottet wird. Der erwartete Ausschuss erhöht die Stückkosten für eine Komponente um den Faktor 1/(1 - Ausschussfaktor). Der Ausschussfaktor kann nicht für Nebenprodukte verwendet werden.
Auf der Registerkarte Kostenverteilung/Komponente wird der Kostenverteilungsfaktor für jede Kombination aus gefertigtem Artikel und Komponente definiert. Somit können die Kosten für die Einsatzkomponenten individuell auf jeden gefertigten Artikel verteilt werden.
Für die gefertigten Artikel wird kein spezieller Arbeitsplan erstellt.
Der Ausschussfaktor (%), der unter Bestandsartikel für die gefertigten Artikel festgelegt wird, wirkt sich nicht auf deren berechnete Kosten aus. Der Ausschussfaktor (%) , der unter Bestandsartikel für den Hauptartikel definiert wurde, hat auch keine Auswirkungen auf die Kosten für die gefertigten Artikel, d.h. die Kostenverteilung wird durchgeführt, bevor der Hauptartikel-Bestandsausschuss berücksichtigt wird. Nach dieser Verteilung wird der Ausschussfaktor, der in der Spalte Gefertigte Artikel in der Produktstückliste definiert wurde, berücksichtigt.
Die Kostenkalkulation für gefertigte Artikel basiert auf allen Artikeln, die zusammen mit einem Hauptartikel hergestellt werden. Das bedeutet, dass die Gesamtkosten für den Hauptartikel berechnet und entsprechend den Verteilungsfaktoren auf die anderen gefertigten Artikel verteilt werden. Die verbleibenden Kosten werden auf den Hauptartikel umgelegt. Dies bedeutet auch, dass der Inhalt der Kostenklasse im Kostenschema für die gefertigten Artikel weniger wichtig ist, da diese Artikel die Klassen von der übergeordneten Elementen erben.
Es ist wichtig, dass die gefertigten Artikel ein Kostenschema haben, bei der die Option Kostenverteilung verwenden aktiviert ist. Andernfalls werden sie mit der normalen Artikelkostenkalkulation gemäß dem ausgewählten Kostenschema berechnet. Allerdings ist die Einrichtung mit Kostenverteilung verwenden kann jedoch verwendet werden, wenn manuelle Kosten für die gefertigten Artikel verwendet werden sollen. Diese Kosten würden dann als geschätzte Artikelkosten für die Kalkuliert eingegeben werden.
Bei der Registrierung eines neuen Standorts wird ein Standard-Kostenschema D-110 erstellt. Es handelt sich um das Standard-Kostenschema für neue Bestandsartikel mit dem Artikeltyp „Co-Produkt“, „Nebenprodukt“ und „Demontagekomponente“. Diese Vorlage hat Kostenverteilung verwenden eingestellt und enthält die üblichen Fertigungskostenklassen. Wenn die geschätzten Kosten verwendet werden sollen, muss das Kostenschema eine Klasse für die geschätzten Kosten enthalten, z. B. kann das Standard-Kostenschema P-110 verwendet werden.
Ein bestimmter gefertigter Artikel kann manchmal aus verschiedenen Hauptartikeln entstehen. Die berechneten Kosten werden jedoch immer nur von einem Hauptartikel verursacht. Falls es mehrere gibt, müssen Sie auswählen, welche Sie für die Berechnung verwenden möchten. Dies geschieht auf der Registerkarte Fertigungsartikel Kostenbasis, auf der Seite Artikelkosten. Diese Registerkarte listet alle möglichen Hauptartikel auf, basierend auf vorhandenen planbaren oder freigegebenen Fertigungsstücklisten mit vorhandenen gefertigten Artikeln. Hinweis! Auf dieser Registerkarte wird auch angegeben, welche Materialposition für die Berechnung verwendet werden soll. Das bedeutet, dass die Kosten nur auf der ausgewählten Position basieren, wenn derselbe Artikel auf mehreren Positionen in der gleichen Stückliste vorhanden ist.
Die Kostenkalkulation für gefertigte Artikel ist in den allgemeinen Kostenkalkulationen enthalten(Kostenkalkulation für alle Artikel, Kostenkalkulation für Artikel auf allen Ebenen und Kostenkalkulation für Artikel auf einer Ebene).
Bei gefertigten Artikeln in Stücklisten, bei denen die Kostenverteilung nicht aktiviert ist, werden die Kosten nicht aktualisiert. Der Hauptartikel erhält stattdessen die bestehenden kalkulierten Kosten für die gefertigten Artikel in der gleichen Kostentabelle, die von seinen kalkulierten Kosten abgezogen werden.
In diesem Beispiel ist der gefertigte Hauptartikel MK-HEAD-STD2. Weitere gefertigte Artikel sind MK-HEAD-CO1 (Co-Produkt), MK-HEAD-CO2 (Co-Produkt) und STEEL-SCRAP (Nebenprodukt).
Der Fertigungsprozess wird in einem Arbeitsgang (Gießen) mit einer Maschinenzeit von nur 1 Stunde und Arbeitsplatzkosten von 200/h ohne Gemeinkosten durchgeführt.
Die Kosten werden für Material und Arbeitsgänge entsprechend den nachstehenden Faktoren unterschiedlich verteilt. Die Eingabekomponente MK-RAW-STEEL1 wird in Kilogramm, STEEL-SCRAP hingegen in Gramm gehandhabt. Deshalb ist die Menge pro Einheit 1000 für das Nebenprodukt und die verteilten Kosten werden durch 1000 geteilt.

DatenAbbildung 3 - Beispieldaten für die Kostenverteilung
Die daraus resultierenden Kosten für jeden gefertigten Artikel werden wie folgt berechnet:
Gesamtkosten/Einheit MK-HEAD-CO1 = (100*0,25+200*0,30) / (1-0,5) = 170,0
Gesamtkosten/Einheit MK-HEAD-CO2 = (100*0,25+200*0,20) / (1-0) = 65,0
Gesamtkosten/Einheit STEEL-SCRAP = (100*0+200*0,10)/1000 = 0,02
Gesamtkosten/Einheit MK-HEAD-STD2 = 100*(1-0,25-0,25-0)+200*(1-0,30-0,20-0,10) = 130
Symbole in der Baumstruktur der Artikelkosten.
| Knotenpunkt-Symbol | Knotenpunkt |
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Komponente |
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Demontagekomponente |
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Nebenprodukt |
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Co-Produkt |